GÜTTENBACH - PINKOVAC

Geschichte

Münzschatzfund in Güttenbach
Güttenbach wird zum ersten Mal im Jahre 1427 mit der Bezeichnung Vyfalu (sprich "Ujfalu") urkundlich erwähnt. Dass aber die Gegend schon viel früher besiedelt war, dokumentiert der keltische Münzschatzfund von Güttenbach.

Ab dem Jahre 1524 gehörte der ursprünglich mit Deutschsprachigen (vermutlich auch mit Magyaren) bewohnte Ort zu den Batthyányschen Besitzungen. Um die Mitte des 16. Jahrhunderts kam es zur Einsiedlung kroatischer Kolonisten, wobei das Dorf im ersten Urbar 1576 "Gyetenpach" (guter Bach) genannt wird. Im erwähnten Verzeichnis sind die ersten Bewohner namentlich angeführt. Die kroatischen Familiennamen wie Hajszan (Hayzan), Jandrisits (Jandrycyct) und Stubits (Stwbyvh), die unter anderem im ersten Urbar vorkommen, sind heute noch vorhanden. Erwähnenswert ist, dass der heute verbreitetste Familienname Radakovits mit seinen Familienangehörigen vom Kaiser und König Rudolf II. geadelt wurde. Die damaligen Bewohner des Ortes waren Leibeigene und Untertanen der Güssinger Großgrundbesitzer, die für die Grafen arbeiten, Dienste verrichten und Abgaben leisten mussten.

Zweisprachigkeit im Dorf
Wie aus dem oben erwähnten hervorgeht, war Güttenbach ab der Mitte des 16. Jahrhunderts ein zweisprachiges Dorf. Die kroatische Bevölkerung muss sich sehr rasch etabliert haben, denn nach den als erstes genannten Bürgermeistern (Ruiß 1576 und Knor 1588) wurden schon zu Beginn des 17. Jahrhunderts kroatischnamige Ortsvorsteher (Biro) gewählt, wobei Haissn Iwan sein Amt von 1706 - 1719 ausübt. Danach führen bis zum heutigen Tag nur Kroaten die Amtsgeschäfte der Gemeinde.

Bemerkenswert ist auch die Tatsache, dass die Namensträger des deutschen Familiennamens KNOR, (der schon im ersten Urbar des Jahres 1576 vorkommt) heute alle kroatischsprachig sind. Das ist ein Beweis dafür, dass die in Güttenbach seit der Mitte des 16. Jahrhunderts ansässigen Kroaten auch deutschsprachige Mitbewohner kroatisiert haben.

Bauernbefreiung
Mit der Bauernbefreiung im Jahre 1848 waren die Probleme für die bäuerliche Ortsbevölkerung nicht aus der Welt geschafft. Schlechte, wenig fruchtbare Ackererde, Arbeitslosigkeit, Hunger und Not veranlassten viele Güttenbacher ihre Heimat in Richtung Amerika und Kanada zu verlassen.

Die meisten Auswanderungen nach Übersee waren um die Jahrhundertwende, nach dem Ersten Weltkrieg, als das Burgenland von Ungarn zu Österreich kam und vereinzelt auch nach dem zweiten Weltkrieg. Viele Frauen und Männer, die zu Hause nicht genügend in der Landwirtschaft erwirtschaften konnten, mussten die so genannte Grünarbeit (hauptsächlich im niederösterreichischen Marchfeld) als Ausweg in Kauf nehmen. Das bedeutete, dass sie mehr als ein halbes Jahr auswärts waren und viele von ihnen nur die Wintermonate in Güttenbach verbrachten.

Nach dem zweiten Weltkrieg
Nach dem zweiten Weltkrieg, vor allem in den sechziger Jahren, stand dem ersehnten wirtschaftlichen und sozialen Aufschwung nichts mehr im Wege. Eine gediegene Kommunalpolitik, unterstützt von einer fleißigen, von starkem Willen geprägten Ortsbevölkerung, stellte sich zur Aufgabe, das Ortsbild von Jahr zu Jahr zu verschönern und eine Infrastruktur mit zukunftsorientierten Inhalten auszubauen.

Kirchlich gehörte Güttenbach bis zum Jahre 1847 zu St. Michael. Von 1847 an war Güttenbach eine Filiale der Pfarre Neuberg. Seit 1968 ist Güttenbach eine selbständige Pfarre. Erwähnenswert ist die 1930 von Dombaumeister Prof. Holey erbaute Kirche mit den drei Rundtürmen und dem Altar und Kreuzweg aus Majolika-Keramik.

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